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Blog #22 – Rückblick – Teil 6: Der Weg zur Veränderung führt über Bewusstseinsbildung

Der letzte Blog beschrieb meine Erfahrungen mit Heilung körperlicher Herausforderungen durch Ernährungsumstellung.

Heute geht es darum, die eigene körperliche Erfahrungswelt im Zusammenhang mit psychischen Leiden zu erläutern. Wir benötigen Bewusstseinsbildung für uns und das Zusammenspiel aus Natur und unserem Wesenskern, um Veränderung leben zu können.

Ich wünsche mir, dass ich Mut und Hoffnung vermitteln kann, diese Themen aktiv anzugehen.

Viel Spaß beim Lesen!

Wenn sich körperliche oder psychische Leiden zeigen, kann das viele Ursachen haben.

Häufig gehen Menschen zu ihren Ärzten und klagen über diffuse Schmerzzustände über lange Zeiträume und verzweifeln daran, dass keine Veränderung zum Guten eintritt.

Oder die erkrankte Psyche kommt nicht zur Ruhe und erlaubt uns nicht mehr unser Leben zu bewältigen.

Der Körper altert und aufgrund unserer heute langen Lebenszeit erfahren wir eine Körperlichkeit bis ins hohe Alter, die uns unter anderem die moderne Medizin ermöglicht. Wir wissen, dass wir dem Alterungsprozess nicht entgehen können und steuern, wenn sich Erkrankungen und Leiden zeigen, mit modernen medizinischen Interventionen gegen.

Das zieht sich oftmals bis zur Stunde unseres Todes hin, wenn der natürliche Kreislauf von Geburt, Leben und Sterben medizinisch verlängert wird.

Neben der Angst vor dem Tod haben wir in unseren modernen Gesellschaften auch eine ausgeprägte Angst vor dem Leben. Wir fühlen uns machtlos und von außen diktiert, leben ein Leben, das uns das Überleben sichert und flüchten uns in Ablenkungen und Konsum. Sich mit dem eigenen SELBST auseinanderzusetzen, fällt Menschen schwer, denn was dort verborgen ist, kann Angst machen bis zu dem Punkt, an dem Verdrängung und andere psychologische Mechanismen die Trennung von uns selbst und unserem Kern zu einer Gewissheit werden lassen.

Die Lebensenergie schwindet.

Eine weitere Entwicklung des Lebens in einer industrialisierten Technologiegesellschaft ist die Entfernung vom Kreislauf der Natur. Wir richten uns ein in klimatisierten und geheizten Wohnungen und beobachten die Außenwelt mit Angst und Verunsicherung und trauen uns nicht mehr zu, die Kräfte der Natur in ihrer reinen Form bewältigen zu können oder mit ihnen in Harmonie zu leben.

Dennoch spüren dies viele Menschen und gehen hinaus in die Natur, was den Boom erklärt, den Outdoor-Aktivitäten heute erleben. Irgendwie scheinen viele Menschen instinktiv zu erinnern, dass die Natur eine heilende Wirkung in uns hinterlässt, wenn wir uns wieder auf sie einlassen.

Ich würde sagen, dass dies zu den eindrücklichsten Erfahrungen auf meinen lebensverändernden Pilgerreisen durch den Norden Portugals und Spaniens gehörte. Das bewusste Einlassen auf einen zeitlich begrenzten Gegenentwurf zum Alltag und der Sprung aus der eigenen Komfortzone hatten einen starken Einfluss auf den Blickwinkel, mit dem ich die Welt neu entdecken konnte.

Das Laufen in strömendem Regen, krasser Hitze und peitschendem Wind genauso wie der Tagesbeginn vor dem Sonnenaufgang und das Erleben der aufgehenden Sonne in freier Natur, ohne eine andere Menschenseele in der Nähe, gehört zu den wirklich prägenden Ereignissen, die wir später immer wieder erinnern und die uns bedeutsam erscheinen. In diesen Momenten fühlen wir uns wirklich als Teil des Lebens und verbunden. Das fühlt sich dann wahr an.

Obwohl dies auch eine Zeit der körperlichen Grenzerfahrungen war, ist gerade das Fühlen des Schmerzes nach einem Tag mit einer Etappenlänge jenseits der 20, 30, 40 oder gar 50 km etwas, was wir dann ganz anders bewerten. Wir lernen, unserem Körper und seinen Fähigkeiten zu vertrauen und wagen uns weiter raus aus dem, was uns als Normal erscheint. Und wir können erkennen, welche Fähigkeiten in uns verborgen sind und auf den Abruf warten, dieser aber meist im Alltagstrott ausbleiben.

Viele, die vom Camino zurückkehren verändern in der Folge ihr Leben und sind bereit, Risiken einzugehen, die sie sich vorher nicht vorstellen konnten, um das Gefühl zu erhalten, das sich dort gezeigt hat. Das Gefühl der Verbundenheit mit sich SELBST und allem, was ist.

Den Körper zu fordern, erlaubt uns, dass wir uns mit unserer Körperlichkeit verbinden.

Über die Körperlichkeit erleben wir hormonelle Reaktionen und Botenstoffausschüttungen, die uns sonst nur Drogen oder von außen induzierte Zustände vermitteln.

Über den Körper gelangen wir in unsere emotionale Welt.

Diese Erfahrung ist essenziell für die Verbindung mit unserem Wesenskern, unserem Selbst, unserer Psyche und unserer Seele. Ich trenne hier bewusst die letzten beiden Begriffe voneinander.

Wir können die Existenz einer Seele bis heute nicht wissenschaftlich beweisen. Stattdessen haben wir die Psyche als Bezeichnung dieser Wesens-Ebene des Menschen übernommen.

In meiner Arbeit ist die Emotion der Leitstern für die Wahl der Auseinandersetzung mit der Herausforderung des Klienten. Über die Gefühle gelangen wir an die Antworten, die unser Inneres verdrängen und festhalten will. Die Orte, die wir umkurven, die wir nicht betreten wollen und die oftmals die Energie liefern für die körperlichen Leidenszustände, die uns die Lebensqualität nehmen oder beeinträchtigen. Was der Körper und der Geist als Leidenszustände und Symptome präsentiert ist fast immer „psycho-logisch“ und macht Sinn. Da zeigt sich oft, dass das System Mensch geniale Schutzmechanismen kreiert, die uns aber nicht passen, weil sie uns auf etwas hinweisen sollen, das wir verändern oder mindestens anschauen sollen, um wieder in unsere Balance zurückzukehren.

Nachdem ich diese Zusammenhänge bewusst verstanden hatte, zog mich das Erlernen von Techniken, die sich der Emotion als therapeutisches Mittel zur Veränderung bedienen mehr und mehr an. Und in der täglichen Arbeit erlaubt uns die Aufnahme dieser Spuren meist den Zugang zu den im Verborgenen wirkenden Prozessen, die wir dann in einer beeinträchtigten Körperlichkeit oder Psyche wahrnehmen.

Mein Logo des Portal-Bogens, der zum Betreten in den sicheren Raum einladen soll und der mir intuitiv vor der Gründung immer und immer wieder vor dem geistigen Auge erschien, erweist sich mehr und mehr als die ideale Symbolik für meine Praxis.

Wir erlauben uns in einem sicheren Raum den Weg durch die schwierigen Herausforderungen aufzunehmen, die Angst machen und mit Dunkelheit und Bedrohung in Verbindung gebracht werden, sehen aber in der Ferne bereits das Versprechen auf das Entdecken einer emotionalen Wahrheit, die alles beinhaltet, was wir brauchen, um ein Leben in höherer Qualität und Zufriedenheit in Verbindung mit uns selbst und anderen führen zu können.

Es gibt selten Heilung oder Veränderung ohne die aktive Auseinandersetzung mit dem, was wir fürchten, was uns begrenzt und was uns wehtut. Aber wenn wir uns aufmachen, mutig und neugierig diesen Weg aufzunehmen, kann Veränderung gelingen und die Dinge beginnen, sich zu lösen.

Ich hoffe, dass ich mit diesen Impulsen erklären kann, dass wir ohne Angst und innere Begrenzungen zu jedem Zeitpunkt diese Reise zu uns selbst, zur Natur und zu unserer Seele beginnen können.

Alles ist besser, als in der Illusion der Getrenntheit und Machtlosigkeit zu leben.

Denn Leben wird erst schön, wenn wir es uns erlauben es auch zu leben.

Ich freue mich ein Reisebegleiter sein zu dürfen.  

Herzliche Grüße,

Michael Harms

NB: Ich verwende der Einfachheit halber keine genderorientierte Differenzierung, respektiere diese aber vollkommen. Ich greife aus reinen Zeitgründen zur konservativen Schreibweise. Es sei mir hoffentlich verziehen 😊

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