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Blog #24 – Rückblick Teil 8 – Der freie Wille des Menschen

Wir Menschen sind die einzigen, uns bisher nachweislich bekannten Lebewesen, die die Fähigkeit besitzen, einen freien zielgerichteten Willen nutzen zu können.

Das ist eine Fähigkeit, die uns dazu befähigt, Ziele zu definieren, zu verfolgen und diese somit systematisch erreichbar zu machen. Das ist das Wesen des Coachings, Menschen diese Fähigkeit, die in uns allen vorhanden ist, zu erschließen und nutzbringend einzusetzen.

Ist diese Fähigkeit durch psychische Störungen krankheitsbedingt beeinträchtigt oder nur schwer für den Erkrankten aktivierbar, erlauben es psychotherapeutische Methoden den Abbau der psychischen Hemmungen oder Einschränkungen zu versuchen.

Ein Bericht aus meiner eigenen Erfahrungswelt verdeutlicht, was ich meine.

Zum Jahreswechsel ist die Aussicht auf Veränderung immer besonders interessant.

Also warum warten? Veränderung ist nur einen Schritt entfernt. Nämlich den, eine eigene Entscheidung zu treffen.

Viel Spaß beim Lesen!

Als ein wichtiger Bestandteil meiner eigenen Veränderungsgeschichte etablierte ich die Gewohnheit regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Das erlaubt mir nun glücklicherweise viele Jahre später meine alten Gedankengänge, Haltungen und Einstellungen mit meinem neuen Selbstverständnis zu vergleichen.

Es war für mich nicht selbstverständlich, dass ich mit einem freien Willen ausgestattet war und diesen sogar nutzen durfte. Dafür fehlte es am nötigen Bewusstsein für die eigenen Potenziale und Fähigkeiten. Harte Glaubenssätze verhinderten die Entwicklung, Glaubenssätze, die sich aus Lebenserfahrungen heraus angelegt und verfestigt hatten. Es waren also Überzeugungen, die tief auf mein Unterbewusstsein einwirkten und mich blind für die Möglichkeiten des Lebens werden ließen.

Ein weiterer, mir heute sehr klar gewordener, Bremsklotz waren traumatische Erfahrungen. Diese können vielfältiger Natur sein und können grob unterschieden werden in Traumata mit kleinem t und mit großem T. Die Traumata aus der Kategorie mit dem kleinen t sind häufig aus ständig wiederkehrenden verstörenden Erfahrungen akkumulierte Störfaktoren, die dazu beitragen können, dass wir uns unserer Probleme nicht einmal bewusst sind, weil hier psychologische Abwehrmechanismen greifen, die den traumatischen Zustand auf einem statischen Niveau einfrieren.

Traumata mit großem T sind die sogenannten lebensverändernden Ereignisse wie z.B. Unfälle, Gewalteinwirkungen, Erlebnisse mit Gefahren für das eigene Leben etc…

Diese traumatischen Erfahrungen graben sich tief in die Erfahrungswelt des Menschen ein und verstetigen sich, frieren also bestimmte Verhaltensweisen der Betroffenen ein. Die Psyche etabliert dieses Verhalten als unbewusste Schutzmaßnahme für den Erkrankten und erzeugt Symptome, die häufig von der Außenwelt in der sozialen Interaktion als störend oder „gestört“ wahrgenommen werden. Die Opfer von Traumata werden in ihrer sozialen Interaktion mit anderen Menschen als anstrengend und herausfordernd gesehen. Die betroffenen Personen ziehen sich häufig in die soziale Isolation zurück.

Symptome können sein: eine reduzierte Resilienz auf Stress, der Verlust eines achtsamen Umgangs mit den eigenen Bedürfnissen und fehlendes Bewusstsein für Grenzen, allgemeines Misstrauen anderen gegenüber, Ängste, Pessimismus, depressive Verstimmungen, schwer zu regulierende emotionale Schwankungen, Opfermentalität, Phlegma und Vieles mehr.

Aus diesem Mix an emotionalen Empfindungen und Bewertungen über das Leben und die Einflüsse von außen verfestigt sich ein negatives Selbstbild, welches mindestens hemmend auf die Fähigkeiten, den Alltag zu bewältigen, wirkt, bis hin zu verlorengehender Funktionalität, das eigene Leben selbstbestimmt führen und gestalten zu können.

Es gibt qualitative Unterschiede zwischen diesen Zuständen und diese bestimmen auch die Lösungsansätze, Menschen aus diesen Situationen unterstützend hinauszubegleiten.

Heilbehandlungen eines Psychotherapeuten oder Heilpraktikers für Psychotherapie werden mit Hilfe einer sorgsamen Diagnosestellung der berichteten Symptome und Lebensbeschreibungen der Klienten gewählt, um eine passende therapeutische Strategie zu entwickeln, um die psychologischen Störungsbilder wieder normalisieren zu können, damit diese Menschen wieder ein selbstbestimmtes Leben in psychischer Gesundheit führen können.

Coaches können dort hilfreiche Unterstützung leisten, wo die Analyse der Lebenssituation des Klienten darauf hinweist, dass eine psychische Symptomatik, die eine Heilbehandlung bedingen würde, nicht oder nur unzureichend gefestigt vorliegt. Zur Unterscheidung geben einzelne diagnostische Leitlinien und Kriterien Auskunft.

Im Coaching-Anwendungs-Fall geht es darum, zu analysieren, was sich der Klient wünscht, zu welchem Entwicklungspunkt dieser gelangen möchte, was der Mangel und was der Bedarf ist. Die Zielklärung ist essenziell für ein gelingendes Coaching.

Rückblickend war es bei mir eine Mischung, ein SOWOHL als AUCH. Ich profitierte von Therapie und Coaching und schätze beides. Oft sind die Trennlinien sehr eng gefasst.

Hilfreich war es für mich, herauszufinden, wo der Mangel lag, was sich verändern sollte, welches Lebensgefühl mich prägte und wie ich mir mein Leben anders und lebenswert vorstellen könnte.

Ganz wichtige Leitplanken waren die Bewusstseinsbildung für die eigenen Gefühle, die körperlichen Warnsignale, die aufkommenden Ängste und Hemmungen, die möglichen Visionen davon, wie das Leben wieder gestaltbar sein könnte und was es dazu brauchte, um dahin zu gelangen.

Nach dieser Klärung ging es neben der Heilbehandlung für die Themen Angst und Panik um die Veränderung von Gewohnheiten, um Körper und Geist wieder zu stärken, auf ein Niveau, welches die Veränderung überhaupt erst zuließ.

Mit erfolgreicher Anwendung der erlernten Werkzeuge und Verhaltensänderungen bildeten sich über die Zeit nützliche Gewohnheiten, welche dann dazu führten, dass der Glaube an mich selbst zurückkehrte. Die Erfahrung der eigenen Selbstwirksamkeit und der eigenen Gestaltungsmacht führte zu einer anderen Haltung und Einstellung. Über das erlebte Selbstvertrauen entstand Vertrauen in die Zukunft und die Umwelt. Und damit setzte das Gegenteil der Vorjahre ein. Statt einer ständig sich verstärkenden Abwärtsspirale gab es eine Unterbrechung, ein Verharren in dieser sich neu bildenden kreativen Bewusstseinszone, gefolgt von einer einsetzenden Phase der Planung und Durchführung von Veränderung und einer sich stetig ändernden Wahrnehmung für das Leben.

Es war eine Menge Arbeit, aber es lohnte sich und lohnt sich noch immer, weil als Belohnung der Veränderungsarbeit das Leben im Sinne des Wortes wieder einsetzt, welches zuvor nur „Über-Leben“ war.

Zum Ende eines alten Jahres können wir der Rückschau kaum ausweichen. Wir fragen uns, ob unser Leben so gut ist, wie es ist, wenn wir in dem heutigen Zustand sind und bleiben. Wir fragen uns dann, ob wir es ändern können, wenn wir einen Mangel wahrnehmen oder wenn klar ist, dass wir sogar erkrankt sind und uns überhaupt nicht mehr in der Balance wahrnehmen.

Die Antwort lautet ganz klar: Ja. Zu jeder Zeit ist Veränderung möglich.

Es bedarf nur einer Entscheidung für Veränderung und gegen den aktuellen unbefriedigenden Zustand, welcher es auch immer ist, und die Arbeit kann beginnen.

Gerne unterstütze ich alle, die sich genau das wünschen, ein neues Jahr mit neuer Perspektive anzugehen.

Herzliche Grüße,

Michael Harms

NB: Ich verwende der Einfachheit halber keine genderorientierte Differenzierung, respektiere diese aber vollkommen. Ich greife aus reinen Zeitgründen zur konservativen Schreibweise. Es sei mir hoffentlich verziehen 😊

Foto von hay s auf Unsplash

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