Ich bilde meine therapeutischen und Coaching-Fähigkeiten permanent weiter.
Meine von mir eingesetzten Verfahren fussen alle auf Selbsterfahrung und werden in meinen Praxisrahmen immer dann integriert, wenn ich einen nachhaltigen Zusatznutzen für meine Klienten erkennen kann, der zuvor auch mir selbst eine weitere Entwicklung eröffnet hat.
Mein Interesse fokussiert sich auf wissenschaftlich evidente Verfahren.
So war es auch mit der Kohärenztherapie (KT), die ich hier deshalb kurz darstellen möchte.
Diese neue Therapieform basiert auf Beobachtungen der beiden US-amerikanischen Psychotherapeuten Bruce Ecker und Laurel Hulley in den 90er Jahren.
Es wurde für beide in ihrer praktischen Arbeit immer auffälliger, dass es Gemeinsamkeiten im Therapieverlauf von Klienten gab, die den Anstoß dafür lieferten, genauer hinzuschauen, warum manche Interventionen und Therapieverläufe erfolgreicher für die erwünschte Veränderung waren als andere.
Einige Klienten hatten transformative, nachhaltige Veränderungen in ihrer Psychotherapie erlebt, die keine Rückfälle und nachhaltige Besserung in der emotionalen Reaktivität und im darauffolgenden Alltagsverhalten aufwiesen. Daraus leiteten sie einen systematischen Therapieprozess ab, der dem ähnelte, der ihren Klienten in den allermeisten Fällen erfahrungsbasiert diese gewünschte Veränderung erfolgreich ermöglichte.
In den frühen 2000er Jahren entdeckten Neurowissenschaftler in Argentinien und anderswo den Prozess der Gedächtnisrekonsolidierung. Dies ist ein neurobiochemischer Prozess, bei dem abgerufene Erinnerungen, wenn sie zuvor reaktiviert worden sind, kurzzeitig in einen Zustand der Labilität geraten, der es erlaubt, diese Gedächtnisinhalte, die auf Lernerfahrungen basieren, therapeutisch oder biochemisch induziert, zu verändern, bevor diese Inhalte erneut gefestigt oder „konsolidiert“ in veränderten Gedächtnisnetzwerken abgespeichert werden.
Während der therapeutisch eröffneten Labilitätsphase sind alte belastende Wahrheiten und Glaubenssätze über Erlerntes, samt der dahinterliegenden reaktiven emotionalen Muster, veränderbar.
Seit 1995 veröffentlichten Ecker und Hulley bereits ihre beobachtungsbasierte neue Therapie-Modalität und fanden durch die weltweit sich verdichtenden neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse zur Gedächtnisrekonsolidierung in den 2000er-Jahren nun auch eine belastbare Erklärung für den Erfolg ihrer neuartigen psychotherapeutischen Vorgehensweise.
Dadurch wurde die Kohärenztherapie als neues psychotherapeutisches Verfahren begründet.
Im Erfolgsfall einer Intervention mit kohärenztherapeutischer Vorgehensweise, besteht somit die Möglichkeit, alte emotionale Wahrheiten im Gehirn neu zu bewerten und zu „verlernen“. Alte neuronale Verschaltungen, die diese Gedächtnisinhalte zuvor dauerhaft gehalten und Einfluss auf das autonome Nervensystem durch anhaltende Stresszustände kreiert haben, werden flexibel und verschalten sich mit veränderten emotionalen Bewertungen zu neuen Gedächtnisnetzwerken, die eine entlastende neurobiochemische Reaktion des Gesamtsystems erzeugen und chronische Stressmuster auflösen können.
Kohärenztherapie ist ein Verfahren, welches auch im Coaching Anwendung finden kann und im Kern darauf abzielt, zu verstehen, warum sich Symptome einer psychischen „Störung“ bilden. Es geht also um das Verstehen der Ursache, die die Symptome als Konsequenz als logisch, schlüssig oder stimmig (also „kohärent“) produziert.
Symptome sind somit nicht als störend und pathologisch zu betrachten, sondern stellen für das Geist-Körper-Seele-System „Mensch“ sinnvolle Anpassungs-Reaktionen dar, die aufgrund schwieriger Lernerfahrungen in der Vergangenheit unbewusst angelegt und als Gedächtnisinhalte abgespeichert worden sind.
Die Kohärenztherapie stellt also die Arbeit mit der Symptomlogik in den Vordergrund.
Diese Therapie zielt auf das Aktivieren, Erleben und Verstehen der „alten“ emotionalen Wahrheit ab, um im Zustand dieses Neu-Erlebens neue Erfahrungen zu ermöglichen, aus denen sich eine nachhaltige Veränderung durch das Zulassen einer neuen emotionalen Wahrheit ergeben kann.
Im Unterschied zu Methoden, die mit Extinktion arbeiten, also auf das Überlagern der alten Muster durch zum Beispiel Erlernen neuen Verhaltens und damit gegen die Symptome wirken sollen, zielt die Kohärenztherapie auf Verstehen der „störenden“ Verhaltensmuster und Bewertungen/Überzeugungen ab.
Ist dieser Prozess erfolgreich, können Kohärenztherapeuten und Klienten eine nachhaltige Auflösung der symptomfordernden Systematik erkennen, die dem Klienten eine Transformation der vorherigen Leidenszustände ermöglichen kann.
Da sich dieser Therapie-Prozess durch eine vordefinierte standardisierte Schrittfolge und über einen klar definierten Vorgehensablauf auszeichnet, sind auch komplexe psychische Themen in einem vergleichbar kürzeren Zeitraum als bei gegenwirkenden Verfahren, beobachtbar.
Wenn Sie dieses Verfahren, welches ich unter anderem auch mit der klinisch basierten EFT-Technik (Emotional Freedom Technique) kombiniere, interessiert, melden Sie sich einfach bei mir.
Herzliche Grüße,
Michael Harms
NB: Ich verwende der Einfachheit halber keine genderorientierte Differenzierung, respektiere diese aber vollkommen. Ich greife aus reinen Zeitgründen zur konservativen Schreibweise. Es sei mir hoffentlich verziehen 😊